Gesamtkonzept Der Entwurf für den Neubau des Zentrums für Bienenforschung begreift sich als Teil des übergeordneten Masterplans für die Entwicklung des Standortes Campus Agroscope. Seine städtebauliche Setzung positioniert sich deutlich und gut sichtbar zur geplanten Verkehrsachse und stärkt diese in ihrem Verlauf. • Die Adressierung zur Verkehrsachse und die damit verbundene Setzung direkt an dem Gelände-Versprung eröffnet für das oberhalb gelegene Areal grosses Potential für die Gestaltung der Bienenweide als ein naturnaher und attraktiver Ort der Begegnung, des interdisziplinären Austausches und der angewandten Forschung. • Die Weiterverwendung (downgrading) von Bauteilen aus dem geplanten Rückbau der mittleren Stallanlagen ist hierbei nicht nur ein Beitrag zur Ressourcenschonung, sondern verbindet das neue Gebäude motivisch mit dem Bestand der Anlage. Freiraumgestaltung Das Zentrum für Bienenforschung stellt praktische Fragen zur Biodiversität, zur Bestäubung und letztlich zu unserer Ernährungssicherheit. Der Aussenraum rund um das Forschungszentrum ist nicht nur ein Ort, der für Mitarbeitende ein attraktives Angebot schaffen soll, sondern er ist vor allem ein Ort für Bienen. • Und damit ist der Freiraum integraler Bestandteil der Arbeit des Forschungszentrums und ein Ort, an dem Wissenschaft angewandt wird. • Ziel der Aussenraumgestaltung, namentlich der Bienenweide, ist es deshalb, dass die Bienen einen guten Lebensraum vorfinden und dass Forschende mit den Bienen und ihren Produkten arbeiten können. • Pollen, Nektar und Propolis sind die wichtigsten Produkte, für die der Freiraum die Voraussetzungen liefert. Erschliessung und Organisation Die Funktionalität des Forschungszentrums ist gekennzeichnet durch eine Anzahl unterschiedlich kleiner Raumgruppen, die entlang der Arbeitsabläufe in sehr konkreten Beziehungen zueinanderstehen. Dem gegenüber steht ein Bauplatz, dessen Erschliessung auf zwei Ebenen erfolgt. • Zentrales Thema ist deshalb die strategische Positionierung der Erschliessung mit dem Ziel, die verschiedenen Funktionsbereiche so zueinander zu ordnen, dass Wege kurz und Abläufe logisch geführt werden. Nachhaltigkeit Die Arbeit im Bienenforschungszentrum ist mit häufigen Ortswechseln verbunden. Für dieses dynamischen Arbeitsumfeld wird eine Forschungslandschaft vorgeschlagen, in der geschlossene und offene Bereiche abwechseln und in direkten Blickbeziehung miteinander und mit dem Aussenraum stehen. • Die Transparenz schafft Orientierung und Sicherheit und trägt zu einem angenehmen Arbeitsumfeld bei. Durch die umlaufenden überdachten Loggien wird der Innenraum nach aussen erweitert und gleichzeitig wird einer Überhitzung der Innenräume effektiv entgegengewirkt. • Der zentrale Aufenthaltsbereich lädt nicht nur zu Pausenzeiten ein, sondern ist ein Ort des interdisziplinären Austausches und der informellen Kommunikation. • Die nachhaltigste Art, Ressourcen zu sparen liegt in der Reduktion oder im Verzicht. Deshalb arbeitet der Entwurf mit einem einfachen und reduzierten Primärsystem und einem weitgehenden Verzicht auf Verkleidungen und Abkofferungen.