BIT Neubau Sporthalle Bitzius in Bern, öffentlicher Projektwettbewerb Analyse und Konzept Das Bitzius Schulhaus steht als imposantes Bauwerk auf einem Geländeplateau, welches nach Nordwesten mit einem Geländeversprung von ca. 4.00m gegen die Bitziusstrasse abschliesst. Entsprechend der Topografie des Geländes orientiert sich der Eingang des Schulgebäudes nach Südosten, während der Pausenhof rückwärtig die Fläche des Plateaus nach Nordwesten einnimmt und teilweise von dem heutigen Turnhallengebäude abgeschlossen wird. Die Ausrichtung der Anlage mag ursprünglich durch die Topographie des Geländes und die symbolische Abkehr von einem im Norden gelegenen ehemaligen Galgenplatz und Friedhof motiviert gewesen sein. Durch die heutige Entwicklung des Quartiers und die Verlagerung der Verkehrsströme durch den öffentlichen- und den Individualverkehr, erfährt die einstige Rückseite des Ensembles allerdings eine stärkere Bedeutung. Januskopf Diese janusköpfige, also „zweigesichtige“ oder zweideutige Situation stellt eine städtebauliche Besonderheit dar, die den Ausgangspunkt unserer architektonischen Betrachtung bildet: Durch die Position der neuen Sporthalle, deren Foyer durch den Geländeversprung an der unteren Bitziusstrasse als Fassade sichtbar wird, wird aus der ehemaligen Rückseite der Schulanlage eine zweite Vorderseite. Das städtebauliche Konzept also, das sich ursprünglich die Zweideutigkeit zu Eigen macht, bewirkt letztlich eine Klärung und Eindeutigkeit der Situation. Denn durch den Abbruch der alten Turnhalle und deren Zwischenbau, tritt das Schulhaus auf der oberen Plateauebene als nach Südosten orientierter Solitär wieder stärker in Erscheinung. Die Sporthalle hingegen erhält im Geländeversprung einen grosszügigen und eigenständigen Eingang, ohne als Volumen räumlich erfahrbar und damit in Beziehung zu dem Bestand zu treten. In Folge dessen richtet sich die Lage der Sporthalle nach den zulässigen Baugrenzen und Strassenfluchten und kann das Areal optimal ausnutzen. Minergie, Nachhaltigkeit Das Projekt strebt eine möglichst hohe Integration des grossen Volumens des Neubaus in die bauliche und topographische Situation an. Die Bewahrung dieser kontextuellen Zusammenhänge stellt einen wichtigen Faktor für die Akzeptanz und damit für die Lebenserwartung eines Gebäudes und folglich für seine Nachhaltigkeit dar. Auf Grund der Situation und der planungsrechtlichen Vorgaben, wird das gesamte Volumen der Halle unterirdisch angelegt. Ziel ist es, den unvermeidbar hohen Energieaufwand für die Erdbauarbeiten durch eine äusserst kompakte Form, eine einfache und materialgerechte Konstruktion, recyclete oder recyclebare Materialen, die bauliche Trennung von Tragwerk und Ausbau und ein optimiertes haustechnisches Energiekonzept, zu kompensieren.