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OLY Pavillon für das Olympische Dorf in Berlin, öffentlicher Projektwettbewerb Die Anlage des Olympischen Dorfes wurde 1993 nach einer wechselvollen Geschichte unter Denkmalschutz gestellt. Eindeutig wird in dem Denkmalschutzbericht darauf hingewiesen, dass der historische Wert der Anlage nicht nur in den Gebäuden, sondern ebenso in der Landschaft gesehen wird. Und tatsächlich stand neben dem Aspekt der Gemeinschaft die harmonische Komposition der Gebäude in der als "typisch deutsch" empfundenen Landschaft im Vordergrund des städtebaulichen Entwurfs. Folgerichtig wird darum auch für die Zukunft von einer musealen Nutzung des Geländes gesprochen. Das architektonische Thema des Entwurfs suchten und fanden wir deshalb weniger in der Typologie der noch bestehenden Gebäude oder in der städtebaulichen Figur, sondern vielmehr in der Qualität der umgebenden Landschaft: in Anlehnung an die klassizistischen Landschaftsbauten Schinkels oder Persius aus dieser Region entwickelt sich der Entwurf aus dem Typus der Pergola oder Arkade. Der Pavillon ist offen und transparent und sucht die Verbindung zur Natur, in der sich das Gebaute als eigenständiges Objekt durch seine Plastizität behauptet, sich aber auch gleichzeitig als Teil einer Einheit mit der Natur zu einem ganzen verbindet. Je nach Standort des Besuchers verändert die Pergola  ihr Erscheinungsbild, öffnet und schliesst sich je nach Standort und lädt somit zum Hinein- und Hinausgehen ein. Der Standort ist so gewählt, dass das Gebäude nah genug an dem Eingangsbereich steht, um gut gesehen zu werden und weit genug davon entfernt, um nicht die Sicht auf die Anlage zu versperren. Da sich das Olympische Dorf vor allen Dingen durch Begehen und  Umhergehen auf dem Gelände erschliesst, schiebt sich der Pavillon auf den Weg des Besuchers und wird so zum Teil seines Weges. Die Topographie des Geländes und die Anlage des Olympischen Dorfes sind im Laufe ihrer Geschichte vielfach überformt und verändert worden. Durch die Lage und Dimension der Neubauten aus der sowjetischen Nutzung lassen sich die ursprünglichen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Zusammenhänge in einigen Bereichen nur noch schwer herstellen. Um zu verhindern, dass der Neubau für den Empfangspavillon im baulichen Kontext mit der historischen Anlage gelesen wird und sich ein historisch falsches Bild für den heutigen Eingangsbereich, der ursprünglich Randbereich des Dorfes war, einstellt, ist der Pavillon optisch durch eine Fuge vom Boden getrennt. Für die "Rekonstruktion" der Wohnhäuser der kanadischen und afghanischen Sportler, die   ehemals an dieser Stelle gestanden haben, schlagen wir eine einfache gärtnerische Massnahme vor. Der Bereich, der zur Zeit als Parkplatz genutzt wird, wird in eine Wiesenfläche umgewandelt und die "Grundrissflächen" der alten Häuser durch Ansähen von Rasen und regelmässiges Mähen dargestellt. Empfangspavillon Das architektonische Thema des Pavillons finden wir im Typus der Pergola und in der Art und Weise, wie der Besucher die Anlage des Olympischen Dorfes erfährt, nämlich laufend, zu Fuss und also in Bewegung. Deshalb soll das Gebäude ein Teil seines Weges werden. Der Pavillon ist in der Länge in drei Bereiche eingeteilt: Ein Bereich, die Pergola oder Arkade, ist offen und dem Aussenbereich zugeordnet. Hier durchläuft der Weg den Pavillon. Dieser Ort dient auch als Treffpunkt oder Sammelstelle und bietet Sitzmöglichkeiten in den Öffnungen der Fassade. Ein zweiter Bereich ist aus zwei weitgehend geschlossenen Volumen konzipiert und nimmt den Servicebereich und die Nebenräume auf. Die Flächen für die notwendigen Stauräume gehen grösstenteils in grosse Wandschränke auf. Ein dritter Bereich ist für den Multifunktionsraum und das Bistro vorgesehen. Sie sind linear hintereinander angeordnet, damit sie im Bedarfsfall zu einem grossen Raum zusammengeschlossen werden können. Das Bistro kann räumlich ebenfalls mit einer aussenliegenden und überdachten Terrasse zusammengeschlossen werden. Beide Räume verfügen über die notwenigen Lagerräume. Wirtschaftlichkeit In Hinblick auf eine schnelle und kostengünstige Montage und gegebenenfalls auch Demontage schlagen wir für den Neubau des Pavillons eine Elementbauweise aus Fertigteilen vor. Die Materialien, gefärbter Beton und naturbelassene Eiche, verhalten sich wartungsfreundlich in der Witterung und sind ausreichend robust für die Beanspruchung durch grössere Besuchergruppen. Positiv auf die Bewirtschaftung des Gebäudes wird sich auch die Pergola auswirken, die die Funktion sämtlicher Verkehrswege übernimmt. Sie liegt ausserhalb der eigentlichen Gebäudehülle und somit ausserhalb des energieversorgten Bereiches.